Geschichte von EFT

Wenn man heutzutage von Energiepsychologie und meridian-orientierten Therapien spricht, sind viele Menschen der Meinung, dass „das ganze Zeugs" doch ziemlich weit hergeholt sei... Und in der Tat, zumindest in zeitlicher Hinsicht sind diese Formen von ganzheitlicher Behandlung wirklich weit hergeholt: Das klassische Buch der Akupunktur das Huang ti nei jing su wen ist bereits über 2000 Jahre alt ist Aber bereits vor über 5000 Jahren wussten Menschen offensichtlich schon um die Heilwirkung von spezifischen Meridianpunkten, darauf weisen alte Höhlenmalereien hin. Auch die Tätowierungen die an der Hautoberfläche des 1991 in Tirol entdeckten "Mannes aus dem Eis" (bekannt als Ötzi) liegen in einem hohen Prozentsatz an Stellen klassischer Akupunkturpunkte. Ausserdem weisen sie aus der Sicht von Akupunkteuren auf eine antirheumatische Therapie hin.

Wahrscheinlich entwickelte sich die Akupunktur, genau wie andere Therapieverfahren aus rein zufälligen Beobachtungen: Durch versehentliche Quetschungen oder Hautschürfungen, durch Verletzungen oder gar durch Pfeilwunden verschwanden plötzlich alte Schmerzen und traten auch nicht mehr auf. Aber auch das Streicheln, Massieren und Reiben, das wir oft instinktiv nach einer Verletzung tun, lindert den Schmerz oder das Unwohlsein verschwindet vollständig. Bestimmte Punkte zeigten sich aufgrund solcher Stimulationen als besonders wirkungsvoll, und so wurde die Theorie, der  Existenz einer ständig fliessenden Energie in einem körpereigenen Meridiansystem entwickelt. Diese frei fliessende Energie nennen die Chinesen  „Chi". Es gibt jedoch auch in anderen Kulturen Bezeichnungen für dieses Phänomen: Prana, Ki, Élan vitale, Physis, Odem oder einfach Lebensenergie!

Meridian-orientierte Therapien bauen auf dieser alten Tradition auf - und vereinigen eine Vielzahl verschiedenster Behandlungsmethoden, welche alle den Fokus auf das Meridiansystem und den Fluss der  Lebensenergie legen. Die Anfänge der westlich geprägten Meridian-orientierten Therapiemethoden führen in die frühen 60er Jahre zurück. Von 1964 an experimentierte der in Detroit tätige Chiropraktiker Dr. George Goodheart - auf der Suche nach ganzheitlicheren Behandlungsmethoden - mit dem Klopfen auf verschiedene Akupunkturpunkte um bei Patienten körperliche Schmerzsymptome zu lindern. Es dauerte rund 20 Jahre, bis der amerikanische Psychiater Dr. John Diamond und der Psychiater Dr. Roger Callahan unabhängig voneinander feststellten, dass das Klopfen von Akupunkturpunkten nicht nur bei körperlichen Schmerzen sondern auch bei „emotionalen Schmerzen", wie Ängsten und schmerzlichen Erinnerungen zu einer Besserung führte.

Von Dr. Roger Callahan wird in diesem Zusammenhang immer wieder von der "Urpatientin" Mary erzählt, einer jungen Frau, welche an einer derart dramatischen Form von Wasserphobie litt, dass sie nicht nach draussen gehen konnte, wenn es vorher geregnet hatte. Zusätzlich litt Mary an Migräneanfallen und Schlafstörungen in Folge von massiven Alpträumen. Mary hatte sich von Roger Callahan bereits seit längerer Zeit behandeln lassen, jedoch ohne eine wirkliche Besserung zu erfahren. Im Jahre 1979 kam Mary zur Therapiestunde und klagte über starke Magenschmerzen. Callahan, der kurz vorher an einem Kongress für Chiropraktiker war, wo er erstaunliches über John Goodhearts Klopfakupunkturmethoden lernte, ermunterte Mary ein paar Minuten auf den Endpunkt des Magenmeridians (unter dem Auge) zu klopfen. Kurze Zeit später sagte Mary „It's gone" - und Callahan war froh, dass die Magenschmerzen vorbei waren... doch Mary spürte, dass sich im gleichen Zug auch ihre Angst vor Wasser aufgelöst hatte. Mary war geheilt - und es wird erzählt, dass sie seither mehrere Kreuzfahrten gemacht habe!

Callahan führte seine klinischen Forschungen weiter und entwickelte daraus ein ziemlich komplexes Behandlungskonzept, welches er TFT (Thought Field Therapy) oder Gedankenfeld-Therapie nannte, da er in seiner weiteren Arbeit feststellte, dass durch das bewusste Ausrichten von Gedanken, die Wirkung des Klopfens von Akupunkturpunkten dramatisch gesteigert werden konnte.

In den 90er Jahren entwickelte ein früher Schüler Callahans  Gary Craig, dessen Methode weiter, zu dem eigenständigen, leicht verständlichen Behandlungsansatz EFT (Emotional Freedom Techniques). Craigs einfach zu lernender Methode und Dr. Fred Gallos Grundlagenforschungen im Bereich der Energiepsychologie ist es wohl zu verdanken, dass heute weltweit Therapeuten solche meridian-orientierten Verfahren einsetzen.

2004 fand in „Sea Ranch“, Californien bei Gary Craig, ein internationales EFT-Trainertreffen statt.  Gary Craig sowie mehrere amerikanische und europäische EFT-Trainerinnen und -Trainer hatten sich getroffen, darunter auch Reto Wyss, um die Weiterentwicklung von EFT zu begleiten und gemeinsame Trainingsstandards zu entwickeln. Bei diesem „Sea-Ranch-Treffen“ wurde erstmals die Aufteilung der EFT-Workshops in drei aufeinander aufbauende Level entwickelt (Level 1 – 3). Darüber hinaus entstand bei diesem Treffen auch die Idee, ein europäisches oder deutschsprachiges Trainernetzwerk zu knüpfen.

Webdesign und
Suchmaschinenoptimierung durch
ViDYO GmbH